Biografie

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Kampfkunst- Biographie
Sifu Detlev Theus

Sifu Detlev Theus, Jahrgang 1959, begann bereits im Alter von fünf Jahren verschiedene Kampfkunstsysteme unterschiedlicher Herkunft zu erlernen und zu trainieren.

1964-1978 erlernte Sifu Detlev Theus Jiu-Jitsu bei Wolfgang Weite und Alfons Brügge.

1966-1979 wurde er in Hapkido und Taekwondo von Meister Jae Hun Kum ausgebildet. Der Großmeister legte sehr großen Wert auf die traditionelle Ausführung seiner Kampfkünste und erwartete von seinem Schüler strenge Disziplin, Ausdauer und Konzentration. Meister Jae Hun Kum unterwies den jungen Detlev Theus nicht nur in den kampfkunsttechnischen Elementen seines Systems, sondern legte auch großen Wert auf eine philosophische und heilkundige Ausbildung. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Unterweisungen waren die speziellen Atemtechniken und Meditationsübungen.

1973 empfahl Meister Jae Hun Kum seinem Schüler, sich im Kampfsportstudio für Selbstverteidigung in Hagen, zusätzlich von Meister Song in Taekwondo unterrichten zu lassen.

1974 traf Sifu Detlev Theus den Kung- Fu- Meister Seet Chor Thong aus Singapur, der dort den traditionellen Süd-Kung-Fu-Stil Zhou Jia Quan unterrichtete.
Meister Seet Chor Thong legte damit den Grundstein des heutigen Zhou Jia Quan Kung Fu in Deutschland und über die Grenzen hinaus.
Sifu Detlev Theus war beeindruckt von Meister Seets persönlicher Ausstrahlung und von der Eleganz mit der er seine Kampfkunsttechniken praktizierte und präsentierte. Nach dieser Begegnung wurde Sifu Theus der Schüler von Meister Seet Chor Thong und widmete sich intensiv dem Zhou-Jia-Quan-Kung Fu Stil. Er verfügte über eine schnelle Auffassungsgabe und besaß die natürliche Begabung, die Kung Fu Techniken schnell umzusetzen. Daraus resultierte, dass er schon nach kurzer Zeit Meister Seet assistieren durfte.

1977 kehrte Meister Seet Chor Thong nach Singapur zurück, da ihm nur eine begrenzte Zeit für seine technische Ausbildung zur Verfügung stand. Obwohl er den Kontakt zu seinen Kung Fu Brüdern verlor, widmete sich Sifu Detlev Theus weiterhin dem Studium des Zhou Jia Quan. An seinen Kampfkunstfertigkeiten arbeitete er hart und mit strenger Selbstdisziplin. Seine autodidaktischen Fähigkeiten und sein fotographisches Gedächtnis waren ihm eine große Hilfe bei seiner körperlichen und mentalen Entwicklung.

Seit 1974 unterrichtete Sifu Theus bereits Hapkido in einer kleinen Turnhalle in Wetter, bis er auf Drängen seiner Freunde 1977 ein kleines Ladenlokal anmietete und dort ausschließlich Zhou Jia Quan lehrte. Nach drei Jahren wurde das Gebäude verkauft und somit die Schule geschlossen.

1980 erfuhr Sifu Detlev Theus, dass zwei seiner Kung Fu Brüder, Sifu Frank Greinacher und Ralf Ziegler, eine Zhou Jia Quan Schule in Gevelsberg eröffneten. Zeitgleich bekam er die Nachricht, dass Meister Seet Chor Thong nach Deutschland zurückkehrte und seine Aufgabe als Kung Fu Lehrer in den Hung Choy Schulen und anderen Ausbildungsstätten wieder aufnahm. Ab diesem Zeitpunkt trainierte und unterrichtete auch Sifu Detlev Theus in den Shaolin Hung Choy Schulen.

1981 wurden weitere Abteilungen in Zhou Jia Quan Schulen eingerichtet. Sifu Greinacher unterrichtete die Schüler in Siegen im Zhou Jia Quan, Meister Seet in Wetzlar und Sifu Theus lehrte in Dillenburg.

1987-1998 fand eine enge und fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Sifu Detlev Theus und seinem Kung Fu Bruder Sifu Frank Greinacher statt. Diese Zeit war geprägt von intensivem Austausch, gegenseitiger Inspiration und Förderung, mit dem gemeinsamen Ziel, das Zhou Jia Quan Kung Fu in Deutschland und Europa zu verbreiten.
In diesem Zeitraum arbeitete Sifu Detlev Theus in mehreren Disziplinen der traditionellen chinesischen Kampfkünste, in der Shaolin Hung Choy Ausbilderorganisation. Seine Aufgaben werden heute von einigen seiner damaligen Schüler, die inzwischen selbst Ausbilder sind, weitergeführt.

Sifu Detlev Theus hielt sich in dieser Zeit mehrere Monate im Jahr in Asien auf, um sich dort intensiven Schulungen zu widmen. Er war nicht nur ein gern gesehener Schüler in Asien, sondern auf Grund seiner Kampfkunstfähigkeiten und seines Wissens auch ein gefragter Ausbilder.

1989 lernte Detlev Theus den Tai Chi Meister Ong See Leong kennen, der zunächst jeglichen Kontakt zu Detlev Theus ablehnte. Jedoch durch die zahlreichen Demos und Vorträge, die Sifu Detlev Theus in Malaysia abhielt, wurde die Aufmerksamkeit des Meisters geweckt. Sigung Ong beobachtete Sifu Theus interessiert bei seinen Vorführungen, Vorträgen und Unterrichtsstunden, bis es zu einem erneuten Treffen kam. Meister Ong war beeindruckt vom Wissen des Sifu Theus über die chinesische Philosophie und deren Umsetzung in der Kampfkunst. Er unterzog Detlev Theus über einen längeren Zeitraum Prüfungen und nahm ihn dann als Schüler auf. Meister Ong unterrichtete Detlev Theus im Tai Chi und Chi Gong.

Meister Ong gehört wohl neben Meister Jae Hun Kum und Meister Seet Chor Tong zu den größten Einflüssen in der Laufbahn von Sifu Detlev Theus.

1990 war ein besonders entscheidendes Jahr für Detlev Theus, als er bei Meister Yeo Lian Hock mit der Ausbildung im traditionellen Löwentanz begann. Nach harter intensiver Arbeit richtete er noch im selben Jahr eine Löwentanzabteilung in der Shaolin Hung Choy Ausbilderorganisation ein. So entstand die erste Löwentanzschule in Deutschland, die später als erstes deutsches Team bei nationalen und internationalen Veranstaltungen auftrat. Höhepunkte waren unter anderem Auftritte bei großen Tempelfeiern in Singapur und Malaysia.

1990 übernahm Sifu Detlev Theus das Amt des Präsidenten der Shaolin Hung Choy Ausbilderorganisation.

1993 war für Sifu Detlev Theus das Jahr des Drachen. In diesem Jahr erfuhr er eine weitere besondere Ehre, da er bei Meister Ek Eng Guan in die Lehre gehen durfte und eine Ausbildung im Drachentanz im Ang Chiang Tai Tee Tempel begann. Auch dieses Mal richtete er noch im selben Jahr eine Drachentanzschule in der Shaolin Hung Choy Ausbilderorganisation ein. Somit leistete Sifu Theus wieder einmal Pionierarbeit und gründete das erste deutsche Drachentanzteam, das ebenfalls deutsche und internationale Präsenz zeigte.

1994 begann für Sifu Detlev Theus eine besonders arbeitsreiche Zeit. Es wurde eine neue Schule in der Shaolin Hung Choy Ausbilderorganisation eingerichtet. Damit eröffnete sich für Sifu Detlev Theus eine noch größere Möglichkeit für sein Schaffen und die Erweiterung seines Ausbilderspektrums, um kreativ zu arbeiten und zu lernen. Begleitend zu seiner intensiven Arbeit in den Kung Fu Schulen befasst sich Sifu Theus eingehend mit seinem Medizinstudium. Es beinhaltete sowohl die westliche Schulmedizin als auch die östliche Medizin. Dabei war sein Hauptaugenmerk auf die traditionelle chinesische Medizin gerichtet. Sifu Detlev Theus betrachtete seit seiner Jugend Kung Fu, Chi Gong, Meditation, chinesische Philosophie und TCM als zusammengehörig, gemäß der traditionellen chinesischen Entwicklungsgeschichte der Kampfkünste.

1996 wurde unter Mitwirkung mehrerer Kung Fu Meister unterschiedlicher Stilrichtungen der traditionelle Kung Fu Verband Deutschland (TKV) gegründet. Sifu Detlev Theus gehörte als Gründungsmitglied dem Vorstand an.

1997 richtete er mit seinem Schüler Sifu Hans Weber die Ong See Leong Akademie zum Studium der traditionellen chinesischen Heil- und Bewegungskünste ein. In dieser Akademie wurden vornehmlich die Ausbildung in traditioneller chinesischer Medizin (TCM), Tai Chi Chuan, Chi Gong, Meditation und Philosophie in einem festen Programm aber auch in Seminaren abgehalten.

1999 entschied sich Sifu Detlev Theus auf Grund seiner langjährigen Erfahrungen und Erfolge, auch Im Norden Deutschlands das Zhou Jia Quan Kung Fu zu lehren und zu verbreiten.

Er eröffnete die Hong Wu De Zhong Hui Schule in Hesel Ostfriesland.

2010 gründeten nach intensiver Zusammenarbeit Sifu Seet Chor Thong (Siegen), Sifu Josif Tilentzidis (Wuppertal), Sifu Ahmet Bayrak (Witten), Sifu Jiao Lien Tomasz Plaza (Polen) und Sifu Detlev Theus (Hesel) die“Traditional Zhou Jia Federation Europe“.

Die Jahre von 1974 bis heute sind seitdem geprägt von intensiver Arbeit und Schulungen, aber auch eine Zeit des Lehrens. Somit leistete Detlev Theus nicht nur seinen Beitrag in den Hung Choy und seinen eigenen Schulen, sondern auch international zur Förderung und Verbreitung des Zhou Jia Quan Kung Fu-, Löwen-und Drachentanzes.